Wesentliches aus der Wüste Sinai – Teil 2

In der Wüste Sinai habe ich gelernt von Moment zu Moment zu leben, wach zu sein, flexibel zu sein, zu gehen mit dem, was ist. Wenn ich hinter einem Kamel hergehe, nehme ich war, wie dieses Tier – manchmal schwer beladen mit Gepäck, Proviant und Wasser – Schritt für Schritt seinen Weg geht, manchmal über lange Strecken, manchmal über schwierige Pässe im Gebirge. Jeden Moment kann etwas Unerwartetes geschehen und dafür gibt es keine Versicherung und keinen festgelegten Plan!

In der Wüste wird man lebendig, wach und natürlich. Manchmal kommen auch unsere innere Schatten ans Licht. Die Ablenkungen die wir sonst haben, die uns davon abhalten auch dahin zu sehen, gibt es in der Wüste kaum. Wir müssen Verantwortung für uns übernehmen – wir können unseren inneren Unmut nicht projizieren auf anderen, die bestimmte Rollen für uns übernehmen….

Die Wüste macht ehrlich. Unter den endlos weiten Himmel hat jeder Gedanke, jedes Gefühl, jede Emotion seinen Platz. Ganz natürlich, so wie der Wind sein Platz hat, ein Erdbeben seinen Platz hat, das Feuer seinen Platz hat. Alles kommt und geht und hat seinen natürlichen Ablauf.

Wüstenreisen mit Sabera Neeltje Machat in die Wüste Sinai
© by Sabera Neeltje Machat

Gerade in Zeiten wie jetzt, ist es dringend nötig alte, zu klein gewordene Häute und Situationen abzustreifen und uns auf Wesentliches zu besinnen. Den Mut zu haben uns wieder daran zu erinnern das wir angebunden sind am Ganzen, getragen und geführt werden, unser Urvertrauen wieder stärken… Wenn wir leer werden, wir uns nicht behindern durch unser denken, zweifeln, zurückhalten, schließen wir uns wieder an an den natürlichen Fluss des Lebens.

Die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft lehren uns über die Natürlichkeit des Seins. Dann sind wir im richtigen Moment am richtigen Platz und alles ordnet sich von alleine… Wenn wir Impulse folgen und unsere Intuition vertrauen, wird das Leben ganz leicht und natürlich. Wir müssen nur uns selbst aus dem Weg gehen….

ALLE werden wir irgendwann erfolgreich unseren letzten Atemzug tun. Es ist höchste Zeit, uns Zeit zu nehmen, eine Pause einzulegen und zurückzugehen in die endlose Weite und Stille, woher wir kommen und wohin wir gehen…

Ein Tag in der Wüste Sinai…

Wie sieht ein Tag in der Wüste Sinai aus? Immer und ganz zuverlässig kommt das Licht der Sonne, welches zuerst ganz zart sich im Osten ankündigt. Die Venus ist meistens gerade am Horizont erschienen und strahlt kraftvoll und unmissverständlich. Es ist still. Manchmal hört man auch den Wind der über die Berge streift – zuerst ganz weit weg, dann immer näher, bis man ihn spürt… Aber meistens geschieht das noch nicht so früh am Tag.

Langsam, langsam verschwinden die Sterne, eine nach der anderen und das Licht wird immer kraftvoller und heller und hüllt die Berge im Westen in einem warmen Rot, bis dann doch unerwartet plötzlich die ersten Sonnenstrahlen über die Berge im Osten erscheinen. Meistens mache ich vorher schon ein Feuer.

Das knistern des Feuers ist das einzige was man in der Stille hört. Man riecht das Feuer, fühlt es, sieht es – und bald kocht das Wasser für den Tee. Wenn Bedouinen bei uns sind, die für eine Gruppe kochen, Holz, Wasser und Essen herbeibringen, wird vorher schon das Fladenbrot gebacken, wenn es noch kühler ist. Vor dem Frühstück machen wir eine gemeinsame Meditation, Körper-, Atem- & Energiearbeit oder Sensibilisierungsübungen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück gehen die Teilnehmer meiner Reisen alleine ihres Weges und finden sich einen Kraftplatz für den Tag um die intensive Stille und Natürlichkeit der Wüste auf sich wirken zu lassen, sich zu erinnern, es „einzuverleiben“ und die Kraft der Wüste zu tanken.

Es gibt nichts zu tun, als einfach zu Sein, wie „damals“ in der Gebärmutter, jetzt auf der Mutter Erde… und sich zu erinnern daran, woher wir kommen, wohin wir gehen, und die Zeit dazwischen…. Abends treffen wir uns wieder im Bedouinenzelt um das Feuer und natürlich schlafen wir draußen unter den Sternen, direkt auf der Erde liegend…

Es tut so gut, endlich mal wieder die grenzenlose Weite ohne Türen und Mauern zu erfahren in der Wüste, wo die Berge die Wände sind, die Erde unser Bett ist und die Sterne unsere „Zimmerdecke“ sind…. Auch das beobachten der Mondphasen und das sich wieder anschließen an dessen natürlichen Rhythmus wirkt Wunder. Tagsüber kann man nur staunen.

Staunen über die Vielfalt der Formen, Formationen, Farben und Feinheiten der Wüste. Staunen darüber, das sogar ein Sandkorn einen Schatten hat. Staunen darüber, wie sich die Schatten und die Farben im laufe eines Tages verändern. Staunen auch in der Nacht, über die Bewegung des Ganzen, darüber, wie Schnell alles sich verändert und immer wieder neue Perspektiven bietet…

Es ist schade, eine ganze Nacht durchzuschlafen und das Ganze gar nicht mitzukriegen…..

Wüstenreisen Sinai mit Sabera Neeltje Machat
© by Sabera Neeltje Machat

Im Laufe der Jahre habe ich einige Reisen in die Wüste entwickelt, die den Rahmen bieten, eigene individuelle Erfahrungen mit der Wüste, dem Wesentlichen und der Stille zu machen: Meditationscamp, Visionssuche, Meditatives Kameltrekking, Heilung des Weiblichen auf dem Tempelberg der Göttin Hathor, Weihnachten/Sylvester: Meditation, Stille, Rituale.

Meine Erfahrungen habe ich niedergeschrieben in dem Buch „Feuer der Wüste, Frau der Erde – 150 Tage alleine in der Wüste Sinai“, erschienen im Erd-Verlag.

Feuer der Wüste, Frau der Erde: 150 Tage alleine in der Wüste

hier geht es zurück zum Teil 1 meiner Dokumentation.

In 1999 drehte der WDR den 45-minutigen Film: „Reise in die Stille: Sabera, Tochter der Wüste“ WDR 1999.

Weitere Infos zu Saberas Reisen: http://www.sinai.heart-of-the-earth.de.

Buchungen über:
Trans Inside Travel in Wasserburg,
info@tit-travel.de, Tel. 08071 – 2781,

Earth Oasis in Köln,
info@earth-oasis-travel.de, Tel. 0221 – 912 8888.

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