Schmerz-Therapie zu Hause mit TENS-Geräten

Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen für die vielfältigsten Leiden in Deutschland und wohl kaum etwas greift so stark in den Alltag ein und beeinträchtigt das allgemeine Wohlbefinden wie dauernder Schmerz. Zwar gibt es eine Reihe von durchaus wirksamen Therapien, die beim Arzt oder Physiotherapeuten zur Anwendung kommen, doch gerade in akuten Fällen zuhause oder auf Reisen brauchen Patienten eine sinnvolle Alternative.

Nicht zuletzt deshalb haben sich TENS-Geräte zur Heimanwendung etabliert. Die handlichen Geräte bekämpfen den Schmerz mittels Stromschlägen. Das ist ungefährlicher als es klingt und hat sich in der Praxis bestens bewährt.

Schmerz-Therapie in Heimanwendung mit TENS-Geräten
© CC0 License

Was sind TENS-Geräte und wie funktionieren sie?

TENS ist die Abkürzung für Transkutane Elektrische Nerven Stimulation und meint die Behandlung von bestimmten Körperregionen mittels Elektroden, die auf die Haut aufgetragen werden. Zusätzlich gibt es die sogenannte EMS, die Elektromyostimulation, die nicht auf die Nerven, sondern eher auf die Muskeln abzielt und bei der Rehabilitation zum Einsatz kommt.

TENS- und EMS-Geräte sind bei Online-Versandhändlern sowie in Apotheken oder Sanitätshäusern zu bekommen und können sogar gemietet werden. Bei erfolgreicher Anwendung lohnt es sich jedoch für viele Patienten, sich so ein Gerät zu kaufen, zumal viele Krankenkassen die Anschaffungskosten zumindest teilweise übernehmen.

Das Fundament der TENS-Behandlung ist die sogenannte Kontrollschrankentheorie, nach der ein Schmerzreiz bei der Weiterleitung zum Gehirn eine Kontrollinstanz passiert, die im Rückenmark liegt. Die Grundidee ist also, diese Instanz zu blockieren, indem sie durch die Stromreize der Elektroden außer Kraft gesetzt wird.

TENS-Geräte geben Stromimpulse in einem Frequenzbereich ab, der entweder die Schmerzweiterleitung im Rückenmark blockiert oder aber so umgestaltet, dass die Schmerzwahrnehmung im Gehirn gedämpft wird. Im besten Fall wird also der eigentliche Schmerz, der den Patienten heimsucht, ausgeschaltet oder zumindest spürbar abgemindert.

Vorteile der Schmerz-Behandlung mit Strom

Kritiker behaupten oftmals, die Schmerztherapie mit TENS-Geräten sei nicht hinreichend durch Studien bewiesen. Tatsächlich fehlt es den einschlägigen Untersuchungen momentan noch an Durchschlagskraft in Sachen Evidenz. Da Schmerz eine sehr subjektive Wahrnehmung ist, scheint die eindeutige Beweisbarkeit der Therapie schwierig. Dass TENS-Geräte trotzdem immer mehr zur Anwendung kommen, liegt aber in der einfachen Tatsache, dass die Behandlung mit Strom in der Regel keine Nebenwirkungen zeigt.

Lediglich kleinere Hautirritationen sind bislang dokumentiert worden. Sollte die Anwendung also nicht vom erhofften Erfolg gekrönt sein, hat dies keine weiteren negativen Auswirkungen. Im Umkehrschluss verspricht die Behandlung aber eine große Wirkung für Patienten, die bisher von chronischen Schmerzen gepeinigt worden sind. Auch der Aufwand der Behandlung ist überschaubar.

Es ist keinerlei medizinisches Equipment und auch kein besonderes Fachwissen nötig, um mit einem TENS-Gerät zu therapieren. Nicht zuletzt deshalb legen sich immer mehr Schmerzpatienten so einen Apparat für zuhause zu.

TENS einfach und sicher zuhause anwenden

Bevor man ein TENS-Gerät zuhause verwendet, sollte man sich mit der Anwendung vertraut machen und sich gegebenenfalls schulen lassen. Einmal verinnerlicht, ist die Anwendung selbst aber relativ einfach und risikofrei.

Ein TENS-Gerät verfügt über zwei bis vier selbstklebende Dioden, die auf die Haut aufgeklebt werden. Je nach Lage oder Ausstrahlung des Schmerzes müssen die Nervenbahnen richtig anvisiert werden. Das sollte zunächst ein Arzt oder eine andere Fachkraft demonstrieren, ehe man es dann zuhause versucht. Danach wird die Frequenz eingestellt.

Die besten Erfolge liefern momentan Frequenzen zwischen 100 und 150 Hertz bei mittlerer Stromstärke. Diese Einstellung lindert akute Schmerzen sofort. Bei der Behandlung chronischer und andauernder Schmerzen helfen hingegen niedrigere Frequenzen bei höherer Stromstärke.

Durchschnittlich dauert so eine Anwendung nur 20-50 Minuten, wobei dies je nach Schmerzart, Intensität und Patientenempfinden verschieden sein kann. Das Gute an einer TENS-Therapie ist, dass sie in der Regel nebenwirkungsfrei abläuft und prinzipiell ohne Einschränkung wiederholt werden kann. Es sind mehrere Anwendungen am Tag über einen sehr langen Zeitraum möglich, ohne dass es zu nennenswerten Nebenwirkungen kommen sollte.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.