Angst macht böse und böse-sein macht Angst

In der Creativfördergruppe malen vier Jungen im Alter von 6 bis 8 Jahren laut und mit heftigen Bewegungen ihre Angst, Wut und Verzweiflung aufs Papier.

Kreativer Aggressionsabbau gegen blinde Wut

Unter der Anleitung von Dipl.Heil- und Sonderpädagogin Cornelia Michel veranschaulichen sie das, was sie wütend werden lässt So wütend, dass sie in der Schule Tische umwerfen, andere Kinder oder sich sogar selbst verletzen.

Weniger das fertig gemalte Bild als vielmehr die Art und Weise, wie es entsteht, zeigt mögliche Ursachen der aggressiven Verhaltensweisen. Es scheint so, als ob die Jungen unerträgliche psychische Belastungen körperlich abwehren wollten. Ob Drogen- und Alkoholkonsum der Eltern, fehlende Zuwendung in der frühen Kindheit oder die eigene Behinderung das Kind bedrohen, es findet keinen anderen Ausweg aus seiner Lage als sich in massiven Wutanfällen Luft zu verschaffen. Sie erschrecken vor ihren eigenen extremen Gefühlen und vor der Macht, die sie durch ihre Ausraster auf Lehrer und Eltern ausüben.

Das macht sie Zuhause und in der Klasse untragbar und sie werden als nicht gruppenfähig eingestuft.

„Die Bedingungen unter denen aggressives Verhalten entsteht, kann ich nicht ändern wohl aber kann ich den Kindern die Möglichkeit geben, in einem geschützten Rahmen mit ihren Gefühlen umgehen zu lernen.“ Es gilt, mit der Wut sozial verträglich umzugehen. Bewegungsspiele und Entspannungsübungen sind hier hilfreich. Beides bietet Frau Michel in Creativförderung an.

Mit strukturierten Rollenspielen die Angst thematisieren

In strukturierten Rollenspielen thematisieren die Heranwachsenden ihre Ängste und leben ihre Größenphantasien aus. Sie werden zu Monstern, die in der Lage sind, alles zu beherrschen. Immer wieder dreht es sich um das böse-sein. Es fasziniert die Kinder. In diesem Moment biete ich ihnen an, das zu malen, was böse ist. Es entstehen durchlöcherte Bilder, nicht selten wird ein Bild zerrissen. Danach erst tritt eine fühlbare Entspannung ein, das nächste Bild wird singend gemalt. Sie haben diesem Gefühl ein Gesicht gegeben, es wird greifbar und dadurch hat das „böse-sein“ seinen Schrecken verloren.

Auf diese Weise lernen die Jungen, dass Gefühle der Angst und Wut zum Leben eines jeden Menschen dazu gehören und können es in ein Ganzes integrieren. Die Möglichkeit, bedrohliche Gefühle und belastende Spannungen kreativ und nicht mehr destruktiv umzusetzen, wird auch mit nach Hause genommen. Immer häufiger berichten Eltern und Bezugspersonen, dass sie von den Kindern gebeten werden, malen zu können. Auch wenn sich die aggressiven Kinder nicht von heute auf morgen ändern, steht fest, dass in dem Moment, wenn ein Kind Farbe aufs Papier tupft, es niemandem, auch sich selbst nicht, Schaden zufügen kann.

Autorin: Cornelia Michel, Diplom Heil- und Sonderpädagogin

Weitere Informationen und Beratung gibt es unter 040/725 44991 oder auch im Internet unter www.cretivfoerderung.de.

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