Die passende Zahnfarbe beim Zahnersatz

„Die Krone bitte in meiner Zahnfarbe “, wünscht sich Holger M. Leichter gesagt als getan. Denn Weiß ist mehr als eine Farbe. Die Zahntechnik hält eine große Reihe von typischen Zahnfarben vor. So kann für jeden Patienten die passende Farbe ausgewählt werden. Aber welche ist die individuell richtige?

Zahnfarben – Den richtigen Ton treffen

Damit Zahnersatz nicht künstlich wirkt, sollte seine Farbe mit der der natürlichen Zähne möglichst exakt übereinstimmen. „Individuellen Nuancen in der Zahnfarbe gerecht zu werden, erfordert viel Erfahrung, Präzision und Fingerspitzengefühl“, weiß Thomas Lüttke, Zahntechnikermeister und Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) aus seinem Berufsalltag.

„Ob Patienten mit ihrem Zahnersatz zufrieden sind, hängt nicht nur davon ab, ob er einwandfrei funktioniert, sondern auch davon, ob er sich auch optisch perfekt in das Gebiss einfügt. Die Ästhetik ist also ein wesentliches Qualitätsmerkmal.“

Die Zahnfarbe bestimmen

Um die Zahnfarbe visuell zu bestimmen, nutzen Zahnarzt und Zahntechniker Farbskalen mit verschiedenen, standardisierten Farbmusterzähnen. Sie vergleichen die Farbmuster mit den Zähnen des Patienten. So ermitteln sie die optimale Farbe für den Zahnersatz. Das ausgewählte Muster legt die Grundfarbe fest, die in den meisten Fällen noch individuell verändert wird.

Zahnarzt und Zahntechniker bestimmen die genaue Zahnfarbe.
©proDente e.V./ Florian Hofmeister

Jeder Farbeindruck ist subjektiv. Störfaktoren können das Ergebnis verfälschen und sollten daher möglichst ausgeschaltet werden. Am besten findet die Farbauswahl im Tageslicht oder in Räumen statt, die eine dem Tageslicht angepasste künstliche Beleuchtung aufweisen. Sowohl der Raum als auch die Kleidung sollten farblich neutral gestaltet sein. Patientinnen sollten zudem ungeschminkt erscheinen. Insbesondere Lippenstift ist tabu.

 

Auch digitale Messgeräte können bei der Farbauswahl helfen. Sie errechnen die gesuchten Farbwerte unabhängig von Umgebungseinflüssen und subjektiven Faktoren. Jedoch lässt sich die menschliche Wahrnehmung nicht vollständig durch die Technik ersetzen. Deshalb rät Ludger Figgener, Universitätsprofessor em. für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien aus Münster, digitale Bestimmung und visuelle Wahrnehmung zu kombinieren – insbesondere auch zur Kontrolle der digital ermittelten Werte.

Schicht für Schicht zum perfekten Zahnersatz

Ob digital, visuell oder als Kombination aus beidem: Die ermittelte Zahnfarbe wird im Ergebnis eindeutig codiert und mit anderen relevanten Informationen an das ausführende Dentallabor übermittelt. Nach diesen Vorgaben stellt der Zahntechniker den Zahnersatz her.

Um das Spiel von Licht und Farbnuancen nachzubilden, arbeiten die zahntechnischen Labore mit aufwändigen Verfahren. Denn jeden Zahnersatz wie Krone, Brücke oder Inlay fertigt der Zahntechniker als Einzelstück. Am besten lässt sich die Natur mithilfe moderner keramischer Werkstoffe nachbilden.

Schicht für Schicht trägt der Zahntechniker Keramikmassen unterschiedlicher Dichte und Färbung auf. So erreicht er einen möglichst naturgetreuen Farbeindruck. Auch Metallgerüste von Zahnersatz können mit mehreren Schichten zahnfarbener Keramik verblendet werden.

Sind einzelne Zähne verfärbt, kann der Zahnarzt sie mit Veneers versorgen. Diese hauchdünnen Verblendschalen stellt der Zahntechniker im Labor ebenfalls aus Keramik passgenau zur Zahnfarbe des Patienten her.


Initiative proDente e.V. – Fakten
Fünf Verbände, die das gesamte dentale Leistungsspektrum in Deutschland repräsentieren, engagieren sich in der Initiative proDente e.V.:
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
Der Freie Verband der Deutschen Zahnärzte (FVDZ)
Der Verband der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI)
Der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI)
Bundesverband Dentalhandel (BVD)

Warum diese Initiative?
proDente hat sich zum Ziel gesetzt, fundiertes Fachwissen aus den Bereichen Zahnmedizin und Zahntechnik zu vermitteln. Die Initiative will zur Unterstützung der Zahnärzte und Zahntechniker engagierte Aufklärung für den Patienten bieten.
proDente will den Wert gesunder und schöner Zähne darstellen. Vor allem die Aufklärungsarbeit von der Prophylaxe bis zur Prothetik steht dabei im Mittelpunkt. Für Zahnärzte und Zahntechniker präsentiert proDente ein umfangreiches Service-Angebot, um die Kommunikation mit den Patienten zu erleichtern.

Aktivitäten
proDente produziert wissenschaftlich fundiertes Informationsmaterial in verständlicher Aufmachung. Dazu zählt die Informationsbroschüre „Zähne gut – alles gut“ sowie zahlreiche weitere Magazine, Flyer und Faltblätter zu speziellen Gebieten der Zahnmedizin. Die Themenpalette wird regelmäßig erweitert. Im Internet ist proDente mit einem Informationsportal präsent (www.prodente.de).
Geschäftsstelle
Dirk Kropp, Geschäftsführer Public Relations, ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Öffentlichkeitsarbeit von proDente. Sitz der Geschäftsstelle ist Köln.

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