Nebennierenschwäche – Erkennung und Behandlung

Nierenprobleme erkennt man in der Regel sehr schnell. Das Organ schmerzt oder man fühlt Veränderungen in der Nierenregion. Anders sieht das allerdings bei den Nebennieren aus, die vielen eher unbekannt sind. Dieses hormonproduzierende Organ, das sich in Nebennierenrinde und Nebennierenmark unterteilen lässt, erfüllt viele körperwichtige Aufgaben.

Deutlich bekannter sind die Hormone, die das Organ bildet, nämlich Adrenalin und Cortisol. Diese regulieren unter anderem den Blutzuckerspiegel, aber auch den Salzgehalt des Blutes. Daneben nimmt das Hormon Cortisol Einfluss auf Stoffwechselprozesse des Körpers. Wie aber macht sich eine Nebennierenschwäche bemerkbar?

Auf den ersten Blick nicht erkennbar

Eine Nebenniereninsuffizienz, wie die Schwäche auch genannt wird, kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Nur eines haben die Symptome gemeinsam: Man schließt meist nie auf die Nebennieren. Das liegt daran, dass die Nebennieren selbst kein besonders großes Organ sind und man die Probleme nicht direkt spürt.

Jedoch sind die Stoffe, die in diesem Organ gebildet werden, maßgeblich an komplexen Prozessen im Körper beteiligt. Unterschieden wird darüber hinaus zwischen einer Überfunktion und der Unterfunktion. Bei beiden handelt es sich um unerwünschte Extremen, die unbedingt zu behandeln sind. Die Symptome sind bei beiden Fällen sehr unterschiedlich.

Nebennierenschwäche - Erkennung und Behandlung

Eine Unterfunktion kann sich dadurch zeigen, dass der Blutzuckerspiegel dauerhaft niedrig ist, sich müde und antriebslos fühlt und oft nicht richtig warm hat. In einigen Fällen werden die Symptome auch von Gelenk-, Knochen- und Muskelschmerzen begleitet. Eine Überfunktion hingegen führt zu den umgekehrten Symptomen. Statt niedrigem Blutzuckerspiegel, leiden Patienten bei einer Überfunktion meist an einem sehr hohen Blutzuckerspiegel.

Auch sind Betroffene schlaflos und leiden unter einem anhaltenden Hungergefühl. Eine dauerhaft hohe Bildung der Hormone kann darüber hinaus zu einer erhöhten Infektionsneigung führen und zu Osteoporose, bekannt auch als Knochenschwund. Eine Nebennierenschwäche kann sich auch in verminderter Sexuallust und durch ein schlechteres Hautbild zeigen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Nebennierenschwäche

Wird eine Nebennierenschwäche diagnostiziert, so muss diese umgehend behandelt werden. Da Hormone viele und komplexe Aufgaben übernehmen, ist es wichtig, diesen Haushalt in Gleichgewicht zu behalten. Eine Hormonersatztherapie ist in der Regel die präferierte Behandlungsmethode. Dafür wird zunächst einmal ermittelt, welche Hormone in zu hoher oder in zu geringer Menge gebildet werden. Dann können entsprechende Präparate mit den benötigten Wirkstoffmengen verschrieben werden.

Da es sich bei Adrenalin, Cortisol und weiteren Nebennierenhormonen um sogenannte Stresshormone handelt, kann eine Nebennierenschwäche auch zu Stresssituationen oder gar Krisen führen. Diese in der Fachliteratur bekannten Addison-Krisen stellen eine besondere Belastung für den Körper dar. Bei der Behandlung müssen entsprechende Bedarfsmengen miteinkalkuliert werden.

Wie entsteht eine Nebenniereninsuffizienz?

So vielfältig, wie die Symptome sind, so vielfältig sind auch die Ursachen. In westlichen Kulturen ist oft der Stress schuld an der Nebennierenschwäche. Besonders chronischer Stress führt oft zur beschriebenen Problematik. Müssen die Nebennieren dauerhaft Stresshormone bilden, machen diese irgendwann schlapp.

Wesentlich seltener entsteht eine Schwäche durch Vergiftungen, exzessiven Sport, hohen Koffeinkonsum und Depressionen. Gut ist es also, Stress zu vermeiden und auch übermäßige anstrengende Tätigkeiten nicht dauerhaft oder häufig auszuführen. Anders als bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine Nebennierenschwäche keine bleibende Schwäche.

Die erschöpften Drüsen der Nebennieren können sich wieder erholen. Daher werden nicht nur Medikamente verschrieben, sondern auch eine Menge Ruhe.

Bildquelle: Pixabay.com ©balik (CC0 Creative Common)

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