Chakren-Akupunktur

Die Chakren-Akupunktur ist eine vom Autor in der Praxis entwickelte Ergänzung und Erweiterung der traditionellen chinesischen Akupunktur. Sie wird als zusätzliche Möglichkeit der Vertiefung der klassischen Akupunktur durch das Einbeziehen des indischen Systems der Chakren angewendet.

Das Ziel der Therapie in der traditionellen chinesischen Akupunktur ist die Wiederherstellung der Harmonie im Fließen von Qi durch das Auflösen von Blockaden in den Meridianen und Organen. Auch Fülle- und Schwächezustände werden ausgeglichen und so eine ungestörte Funktion der Organe erreicht. Die Chinesen sprechen vom Ausgleichen von Yin und Yang. Diese Vorstellungen bilden die Basis jeder traditionell verstandenen chinesischen Akupunktur.

Chakren-Akupunktur und die Integration des indischen Chakrensystems

Die Chakren-Akupunktur erweitert die traditionelle Akupunkturanwendung durch die Integration des indischen Chakrensystems in die Diagnostik und Therapie und ermöglicht den Zugang zu tieferen Bewusstseins- und Energieebenen.

Die Chakren der indischen Medizin sind Energiezentren ähnlich den chinesischen Organen. Man kennt 7 Hauptchakren in der Mittellinie des Körpers vom Damm zum Schädeldach. Daneben gibt es einige Dutzend Nebenchakren von untergeordneter Bedeutung, die meist mit der Lokalisation von Akupunkturpunkten übereinstimmen.

Chekras, Chakren-Akupunktur

Den Chakren werden ähnlich den chinesischen Organen bestimmte Funktionen zugeschrieben. Daneben entsprechen Chakren bestimmten Bewusstseinszustände z.B. das Herzchakra dem Mitgefühl, das Dritte Auge der Erkenntnis, das Solarplexuschakra dem Selbstgefühl. Die Chakren werden so auch als Energie- und Bewusstseinsräume verstanden. Die Chakren-Akupunktur ermöglicht den therapeutischen Zugang zu diesen Bewusstseins- und Energieebenen und führt so zu einer Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten.

Bei der Chakren-Akupunktur werden neben den nach chinesischen Gesichtspunkten ausgewählten Akupunkturpunkten weitere Punkte, die „Chakrenpunkte“, genadelt, die im Bereich der Chakren liegen. Dadurch kommt es zu einer Aktivierung der Chakren, sowie einer Anregung des Energieflusses in ihnen, was man auch Öffnen der Chakren nennt. Das ermöglicht den Patienten diese Räume bewusst wahrzunehmen.

Der am häufigsten verwendete Punkt ist Du 20 Baihui, der eine Öffnung des Kronenchakras herbeiführt.

Neben der Nadelung der Chakrenpunkte ist das Fokussieren des Bewußtseins, also der Aufmerksamkeit des Patienten, auf die entsprechende Region von ausschlaggebender Bedeutung für die Wirksamkeit der Therapie. Nachdem die Akupunkturpunkte mit üblicher Technik genadelt werden, fordert man den Patienten auf, seine Aufmerksamkeit z. B. zum Schädeldach, dem Kronenchakra zu richten, der Region an der die Punkte Du 20 Baihui und Ex. 6 Sishencong genadelt sind.

Der Patient verspürt meist nach kurzer Zeit ein Gefühl von leichtem Kribbeln, oder von diskretem Fließen. Auch der Therapeut fokussiert – gemeinsam mit dem Patienten – seine Aufmerksamkeit in diese Region und fordert den Patienten auf, mit seiner Wahrnehmung noch mehr in dieses Gebiet zu gehen, es zu „öffnen“ und die Energie von oben nach unten fließen zu lassen. Dadurch wird das Öffnen und so auch das Fließen der Lebensenergie in dem Kronenchakra intensiviert.

Wenn so durch ein Chakra das Fließen für den Patienten deutlich spürbar wird, wendet man sich dem nächsten Chakra zu, z.B. dem Herzchakra in der Mitte des Brustkorbes. Hier sind die Punkte Ren 17 und Ren 15 bereits genadelt. Man fordert den Patienten auf in diese Region hineinzuatmen, die Aufmerksamkeit hier zu konzentrieren, und das Herzchakra zu öffnen, „weiter öffnen, und immer weiter“. Bis der Patient auch hier ein Gefühl der Weite und des Fließens verspürt.

Am Anfang der Chakren-Akupunktur konzentriert man sich zunächst auf zwei bis drei Chakren, z.B. auf das Kronen-, Herz- und Basischakra. Das Herzchakra als viertes Chakra liegt in der Mitte, darüber und darunter liegen jeweils drei Chakren. So hat das Herzchakra über seine Mittelstellung eine zentrale harmonisierende Funktion auf die Gesamtenergie des Körpers.

Auch über die heilende Qualität der „Herzenergie“ wird eine Harmonisierung auf andere Energiezentren ausgeübt. Nach wenigen Sitzungen, nach dem das Fließen der Lebensenergie in zwei bis drei Chakren für den Patienten gut spürbar ist, wendet man sich weiteren Chakren zu, vor allem Chakren in deren Bereich die Erkrankung des Patienten liegt.

Man sollte nicht am Anfang der Therapie mit dem gestörten Bereich anfangen, sondern erst zentrale Chakren (z.B. Kronen-, Herz- und Basischakra) aktivieren, um so das Fließen der Lebensenergie im Gesamtsystem der Chakren zu fördern. Dies erleichtert dann das Lösen von Blockaden in den gestörten Organen bzw. Chakren mit Hilfe der üblichen Akupunkturtherapie.

Die Chakren-Akupunktur eignet sich besonders für Patienten, die sensibel sind und eine gute Fähigkeit zur Introspektion besitzen. Patienten, die sehr kontrolliert oder zwanghaft sind, sprechen langsamer auf die Chakren-Akupunktur an.

Beschreibung der Chakren und ihre Beziehung zu Akupunkturpunkten bzw. chinesischen Organen

1. Chakra – Basis-Chakra – Muladhara
Lokalisation: Das 1. Chakra liegt im Bereich des Dammes und öffnet sich nach unten. Seine Lage stimmt mit der des Punktes Ren 1 Huiyin, des Treffpunktes des gesamten Yin, überein.
Funktionen: Das Yin entspricht der Erde und so stellt das Basis-Chakra die energetische Verbindung des Menschen zur Erde her.
Die Öffnung des Basis-Chakra und somit der energetische Fluß durch das Chakra ist für die Verbindung des Körpers mit der Erde verantwortlich, man spricht von „Erdung“. Dieses Chakra entspricht dem Funktionskreis des Nieren Yin der chinesischen Medizin.
Akupunkturpunkt des Chakra: Ren 1 Huiyin

2. Chakra – Polaritäts-Chakra – Svadhishthana
Lokalisation: Das 2. Chakra liegt im kleinen Becken und hat zwei Öffnungen, eine nach vorne zu den Akupunkturpunkten Ren 4 Guanyuan (umschlossene Ursprungsenergie) und nach hinten zum Sakrum, Du 2 – Du 4 Mingmen (Tor des Lebens).
Funktionen:Das Polaritäts-Chakra entspricht dem Nieren-Yang, der Blase und dem Dickdarm der chinesischen Medizin.
Das Polaritäts-Chakra gleicht die eigenen Yin- und Yang-Anteile aus und bildet die Basis für eine ungestörte Sexualität, also dem Yin-Yang-Ausgleich nach außen. Das erste und zweite Chakra entspricht auch dem unteren Jiao (kleines Becken) des Sanjiao.
Akupunkturpunkte des Chakra: Ren 4 Guanyuan, Du 2 Yaoshu, Du 3 Yaoyangguan, Du 4 Mingmen

3. Chakra – Solar Plexus Chakra – Manipura
Lokalisation: Das 3. Chakra liegt im Bauchraum, öffnet sich nach vorne zum Nabel und nach hinten zum Bereich von Du 5-Du 6.
Funktionen: Die chinesischen Organe Milz-Pankreas und Leber entsprechen dem 3. Chakra. Auch eine Zuordnung zum mittleren Jiao des Sanjiao ist gegeben.
Das Manipura Chakra reguliert den persönlichen Willen und ist bei einem Ungleichgewicht verantwortlich für Machtstreben, Zorn, Wut und Suchtverhalten.
Akupunkturpunkte des Chakra: Ren 8 Shenjue, Ren 12 Zhongwan Du 5 Xuanshu, Du 6 Jizhong

4. Chakra – Herz-Chakra – Anahata
Lokalisation: Das 4. Chakra liegt im Thorax und öffnet sich nach vorne zum Punkt Ren 17 Shanzhong (Brustkorbmitte) und nach hinten zum Punkt Du 11 Shendao.
Funktionen: Das Anahata Chakra entspricht dem Funktionskreis des Herzens und dem oberen Jiao der chinesischen Medizin. Die zugehörigen Funktionen sind Mitgefühl, Freundlichkeit, Verständnis, Ausgleich von Gegensätzen, Harmoniebestreben, innerer Frieden und Liebe. Das Herz-Chakra als 4. Chakra bildet die energetische Mitte des Menschen und ist das wichtigste Integrations-Chakra zwischen den drei darüber und den drei darunterliegenden Chakren.
Akupunkturpunkte des Chakra: Ren 17 Shanzhong, Du 11 Shendao

5. Chakra – Hals-Chakra – Vishuddha
Lokalisation: Das 5. Chakra liegt im Hals und öffnet sich nach vorne in den Kehlkopf und nach hinten zum Punkt Du 14 Dazhui.
Funktionen: Der Funktionskreis der Lunge wird dem Hals-Chakra zugeordnet.
Die Stärke und Ausdruckskraft der Sprache werden vom Hals-Chakra hervorgebracht. Eine weitere zugeordnete Funktion ist Kreativität.
Akupunkturpunkte des Chakra: Ren 22 Tiantu, Du 14 Dazhui

6. Chakra – Drittes Auge – Ajna
Lokalisation: Das 6. Chakra liegt an der Schädelbasis und öffnet sich nach vorne zum Punkt Extra 1 Yintang und nach hinten zum Punkt Du 15 Yamen.
Funktionen: Die Funktionen des „Dritten Auges“ sind Konzentrationsfähigkeit, Verständnis, Intuition und Hellsichtigkeit.
Akupunkturpunkte des Chakra: Ex. 1 Yintang, Du 15 Yamen

7. Chakra – Kronen-Chakra – Sahasrara
Lokalisation: Das 7. Chakra liegt auf dem Schädeldach und entspricht den Punkten Du 20 Baihui (Hundert Zusammenkünfte) und Extra 6 Sishencong und öffnet sich nach oben wie eine Krone.
Funktionen: Das Kronen-Chakra ist das höchste Yang im Körper im Gegensatz zum Treffpunkt des gesamten Yin im Basis-Chakra. Dem Kronen-Chakra wird das Verständnis für höhere Aspekte des Daseins zugeschrieben, die Verbindung zur geistigen Welt. Der Punkt Du 20 Baihui sowie der Extrapunkt 6 Sishencong sind außerordentlich wichtige Akupunkturpunkte und dienen der Harmonisierung psychischer Funktionen sowie der Gesamtenergie des Körpers.
Akupunkturpunkte des Chakra: Du 20 Baihui, Ex. 6 Sishencong

Literatur

[1] Jaffe RT (1990) Energy mastery seminars, advanced energy healing. Script
[2] Jaffe RT (1991) School of energy mastery. Sedona, Arizona
[3] Jung CG (1948) Über psychische Energie und das Wesen der Träume. Rascher, Zürich und Stuttgart
[4] Krieger D (1979) The therapeutic touch, how to use hands to help to heal. Pentrice hall Press, New York, London, Toronto
[5] Stux G, Stiller N, Pomeranz B (1989) Akupunktur – Lehrbuch und Atlas. 3. Auflage. Springer, Berlin, Heidelberg, New York
[6] Stux G (1992) Akupunktur und A.R.T. Therapeutikon 6/1-2:42-43
[7] Stux G (1992) Was ist Energie-Medizin? Therapeutikon 6/4:171-172
[8] Stux G (1992) Was ist Lebensenergie? Vortrag beim 2. Düsseldorfer Akupunktur Symposium

Autor: Dr. med. Gabriel Stux
Akupunktur Centrum Düsseldorf
Inselstraße 34
40479 Düsseldorf
Tel.: 00 49 (0)211 369099

Quelle: www.akupunktur-aktuell.de

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