Alternativen zur Zigarette

Seit 1. September 2007 wurde das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen und im Personenverkehr in Deutschland in Folge der Gesetze zum Nichtraucherschutz verboten. In den meisten Bundesländern darf mittlerweile nicht einmal mehr in Gastronomiebetrieben frei geraucht werden, Raucher müssen entweder in separate Nebenräume ausweichen oder müssen sogar an die frische Luft gehen, wie beispielsweise in Bayern, wo 2010 per Volksentscheid das bisher strikteste Rauchverbot beschlossen wurde. Besonders bei Minustemperaturen im Winter kann dies für viel Frust sorgen. Die Schädlichkeit des Rauchens ist allgemeinhin bekannt, deswegen steigen viele mittlerweile auf gesündere und in der Gastronomie größtenteils erlaubte Alternativen um. Hier werden Ihnen zwei Alternativen zur Zigarette vorgestellt und deren Vor- und Nachteile erläutert.

Snus – Die Alternative aus Schweden

Schon im 19. Jahrhundert entstand in Schweden eine eigene Form des Tabakgenusses, als der trockene Schnupftabak zu einem feuchten und oft aromatisierten Kautabak weiterentwickelt wurde, dem Snus. Selbstverständlich hatte der damalige Tabak noch wenig mit der heute erhältlichen Alternative zu tun, die Art des Konsums war und ist jedoch die gleiche: Meist in kleinen Säckchen wird das pastenartige Pulver unter die Oberlippe gelegt und verbleibt dort bis zu einer Stunde, während kontinuierlich Nikotin an den Organismus abgegeben wird. Insgesamt 19 Prozent der schwedischen Männer konsumieren regelmäßig Snus und seitdem dieser immer populärer wird, geht der Zigarettenkonsum in dem skandinavischen Land auch immer weiter zurück.

Die Folge: Schweden hat heute die niedrigste Raucherquote innerhalb der EU. Vorteile von Snus sind, dass die Schadstoffe, die bei der Verbrennung des Tabaks entstehen, wegfallen und es keinen Passivkonsum gibt, weswegen auch in Gastronomiebetrieben bedenkenlos darauf zurückgegriffen werden darf. Studien haben festgestellt, dass der Konsum zwar bei der Rauchentwöhnung helfen kann, dennoch steigt damit auch das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Innerhalb der EU (mit Ausnahme von Schweden) darf die Alternative nicht frei verkauft werden, dennoch ist es erlaubt, Snus für den Privatkonsum zu importieren.

Die E-Zigarette

Die E-Zigarette wurde 2003 in China erfunden und ist ein zigarettenförmiges Gerät zum Inhalieren von verdampfender Flüssigkeit, dem sogenannten e liquid. Beim „Rauchen“ entsteht ein Dampf, der in der Konsistenz dem Tabakrauch ähnelt, jedoch entfällt auch hier der Passivkonsum, da nur sehr geringe Mengen an Nikotin im Dampf enthalten sind. Das Rauchen von E-Zigaretten ist in deutschen Gastronomiebetrieben gesetzlich erlaubt, dennoch sollte auf das Hausrecht geachtet werden. Die Liquids gibt es in Filterform oder als Kartuschen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, ob mit oder ohne Nikotin.


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Zu den bereits genannten Vorteilen kommt auch hier hinzu, dass keine krebserregenden Schadstoffe wie Teer, Blausäure oder Kohlenmonoxid inhaliert werden, gleichzeitig sollen die Geräte auch bei der Rauchentwöhnung behilflich sein. Begründet wird dies durch eine subjektiv empfundene Erleichterung, da durch das imitierte Raucherlebnis die Gewohnheiten erhalten bleiben, was einen positiven psychologischen Effekt hervorruft.

Die Schädlichkeit von E-Zigaretten ist umstritten. Das Inhalieren von Propandiol, dem Hauptbestandteil der Liquids, kann zu Reizungen der Nasenschleimhäute führen, außerdem sollte auf die Qualität des Gerätes geachtet werden, da es bei zu starkem Saugen an qualitativ minderwertigen E-Zigaretten zum Eintreten des Liquids in den Mundraum kommen kann, wodurch unter Umständen Nikotin verschluckt wird. E-Zigaretten sind in Deutschland frei erhältlich, ein gutes Gerät gibt es ab ca. 30 Euro, 10ml Liquid (vergleichbar mit einer Stange Zigaretten) kosten ungefähr vier Euro, umgerechnet ist eine E-Zigarette also auch günstiger, als das „Original“.

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