Allgemeines zum Ölen von Holz und Kork

„Ölen“ ist eine Imprägniertechnik. Bei dieser speziellen Behandlung von Holzoberflächen wird am meisten von den natürlichen Eigenschaften des Holzes beibehalten. Die Oberfläche soll offen bleiben, aber dennoch wasserabweisend und leicht zu reinigen sein. Erreicht wird dies, indem das naturölhaltige Behandlungsmittel in das Holz einzieht und keine Schicht bildet. Zieht das Mittel nicht in das Holz ein und bildet eine Schicht, so hat man einen Lack.

Wie sind die Öle zusammengesetzt?

Das Öl besteht aus Bindemittelkomponenten, mehr oder weniger Verdünnung und Hilfsstoffen. Die Bindemittelkomponente muß fest im Untergrund verankert werden. Dies passiert durch einfache Kristallisation von Harzen beim Verdunsten des Lösungsmittels oder durch chemische Reaktion oder beides.

Dies wird nicht immer bedacht: ich habe selber ein Regal „Kiefer gelaugt geölt“ gekauft, und entsetzt feststellen müssen, daß das Öl in meine Bücher gezogen ist. Erkundigungen ergaben, daß als Öl ein Mineralöldestillat (billig!) benutzt wurde. Ein solches Öl kann nicht „trocknen“. Es schlägt mit der Zeit tief ins Holz weg und hinterläßt eine quasi unbehandelte Oberfläche, bzw. es kann von außen von Kleidern oder Papier herausgezogen werden.

Für uns als Naturfarbenhersteller ist eine der Bindemittelkomponenten typischerweise Leinöl. Leinöl reagiert mit dem Sauerstoff der Luft in einer chemischen Reaktion und bildet dann ein unlösliches Harz. Diese Reaktionsfähigkeit gibt das Leinöl an seine Verkochungsprodukte weiter. Andere Bindemittel sind Naturharze wie Dammar oder Kiefernharz. Kiefernharz wird oft nicht als solches eingesetzt, sondern in Form seiner Verkochung mit z.B. Alkoholen (Harzester), Kalk (Kalkharz) oder Leinöl.

Holz wachsen

Wachse dringen nicht in das Holz ein, sondern reichern sich an der Oberfläche an. Hier können sie dann mit einer Bürste oder einem Tuch aufpoliert werden.

Mit einem geeigneten Lösemittel löst und verdünnt man die Bindemittel, um die technischen Eigenschaften zu bestimmen und eine gut verarbeitbare Form des fertigen „Öls“ zu erhalten.

Die verschiedenen Ölqualitäten

Leinölfirnis
Leinölfirnis (Leinöl + Trockenstoff) ist die Basis des Ölsortiments. Da dies Öl nicht besonders gut ins Holz eindringt, kann es nur für besonders saugfähige Holzflächen empfohlen werden. Schichten auf Oberflächen sind nicht blockfest.

Naturöl-Imprägniergrund
Die Eindringtiefe verbessert man durch Verdünnen, meist auf 50% Leinölgehalt (Halböl). Innen für nicht-belastete Oberflächen wie Deckenpaneelen gut geeignet.

Leinölfirnis und Naturöl-Imprägniergrund zeigen ausgezeichnete Produktqualitäten besonders bei der Grundierung von Holz vor einer Lackierung oder dem Aufbringen einer Lasur. Die „Klebrigkeit“ wird hierbei ausgenutzt, um eine bessere Verbindung mit der anschließenden Beschichtung zu erhalten. Leinölfirnis nimmt man, wenn das Holz besonders saugfähig ist (z.B. Stirnflächen, verwitterte Hölzer), ansonsten grundiert man besser mit Naturöl-Imprägniergrund.

Naturöl-Hartöl
Möbel und sonstige Hölzer im Innenbereich möchte man aber häufig nicht lackieren oder lasieren, sondern möglichst naturbelassen, aber doch fester in den Gebrauchseigenschaften haben. Abwischbarkeit, geringe Schmutzaufnahme, Griffestigkeit stehen hier vornan. Mit dem Öl erhält das Holz auch eine frischere Farbe. Hierfür wurde dieses spezielle Öl entwickelt, ein sogenanntes Hartöl.

Es unterscheidet sich vom Halböl durch einen gewissen Harzgehalt, der die Oberfläche fester macht. Es ist für weiche Nadelhölzer besonders geeignet, denn durch den hohen Ölanteil bleibt die Oberfläche sehr elastisch. Holz wird von diesem Öl angefeuert.

Naturharz-Ölsiegel
Ölsiegel aus. Dieses Produkt ist besonders für stärker belastete Flächen, wie Tischflächen, Fußböden, Fensterbänke …, vorgesehen. Es ist eigentlich ein Dünnschichtlack und muß als solcher auch angewendet werden, um die versprochene hohe Wasserbeständigkeit zu erzielen. Durch den hohen Harzgehalt trocknet der Ölsiegel nach einiger Zeit hart auf und ist daher ganz besonders geeignet für hartes Laubholz. Die Anfeuerung des Holzes ist weniger hoch.

BiCa-Wachsöl
BiCa steht für Bienenwachs und Carnaubawachs, zwei Naturwachse. Man ölt und wachst in einem. Durch den Wachsanteil werden Holzporen geschlossen, die Oberfläche zeichnet sich durch hohe Elastizität aus. Es kann deshalb zur Behandlung von weichem Holz (Nadelholz) im Innenbereich empfohlen werden (Möbel). Natürlich kann es auch auf Hartholz angewandt werden. Die Oberfläche zeichnet sich nach einem Poliervorgang durch einen angenehm weichen Griff aus.

Da dies Öl Pigmente tragen kann, wird es auf Nachfrage auch farbig angeboten. Das ergibt einen zusätzlichen Lasureffekt.

CaLaDa-Balsam
CaLaDa steht für Carnaubawachs, Lackleinöl und Dammar. Es wird von uns besonders zur glänzenden Möbelpflege empfohlen.
Holz wird bei sattem Auftrag und anschließendem Bürsten honigtönend und brillant. Wir empfehlen CaLaDa-Balsam daher bei der Möbelrestauration nach dem Ablaugen.
Das Holz duftet noch einige Zeit herrlich würzig nach Carnaubawachs und Dammar.

BiCa-Flüssigpflegewachs
Eine Wachslösung für den reinen Wachsfinish und die Wachspflege auf einer geölten Oberfläche.
Wer nicht Ölen will, weil Öl z.B. in den Untergrund eindringt und das Holz anfeuert, der kann sein Holz auch nur mit Flüssigwachs behandeln. Die dünnflüssige Form hilft, daß man nicht zu dick aufträgt.
Man hat die typischen Vorteile einer gewachsten Oberfläche, z.B. den Griff, die Antistatik.

Naturharz-Holz-Lasur
Ölen von Holz ist eine Technik, die typischerweise im Hausinnern angewandt wird, da durch Ölimprägnierung keine Wetterbeständigkeit entsteht. Wer im Außenbereich Ölen möchte, dem sei eher Lasieren empfohlen. Die Wetterbeständigkeit entsteht mit der Schichtdicke.

Die vorgenannten Produkte sind miteinander kombinierbar, womit eine verwirrende Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten, Techniken und Oberflächeneffekten möglich ist. Wir verzichten an dieser Stelle der Übersichtlichkeit halber darauf Erfahrungswerte aufzulisten. Bei Bedarf stehen wir Ihnen aber gerne mit Rat zur Seite. Umgekehrt freuen wir uns auch, Ihre Erfahrungen mitgeteilt zu bekommen. Für Fachverarbeiter stehen weitere für den jeweiligen Anwendungszweck optimierte Ölqualitäten zur Verfügung.

Bitte beachten Sie diese generellen Verarbeitungshinweise:

Leinöl reduziert auf der Oberfläche von Holz die Blockfestigkeit. Es ist ein Mittel, welches seine positiven Eigenschaften im Holz richtig entfaltet.

Es ist daher dafür Sorge zu tragen, daß diese Ölprodukte NICHT als Seen auf dem Holz beim Anstrich stehen bleiben. Eventuelle Überstände sind zu vertreiben bzw. ca. 1 Stunde nach Auftrag abzuwischen.

Soll eine Schicht aufgetragen werden, so imprägniert man mit dem Erstauftrag SATT, wischt den Überstand weg, und trägt in täglichem Abstand das Öl DÜNN auf, bis die gewünschte Oberfläche erhalten wird.

Quelle: http://www.lintop.de

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