Leben mit einem Ischias

Jeder kennt eine Person, die Probleme mit dem Ischias hat. Vielleicht leidest du auch selbst unter den stechenden Schmerzen im unteren Rückenbereich. Dann ist der Alltag nicht mehr wie gewohnt umzusetzen. Beinahe jede Bewegung verursacht Beschwerden. Selbst einfache Tätigkeiten im Haushalt wie Putzen, Einkaufen oder Fensterwischen werden zur Qual.

Aber was verursacht die starken Schmerzen in deinem Körper und was hilft dir in dieser Situation? Gibt es vorbeugende Maßnahmen, um Ischiasschmerzen verhindern?

Ischias-Schmerzen - Informationen, Hilfe und Selbsthilfe
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Was sind Ischiasschmerzen?

Der Ischiasnerv ist der längste Nerv im menschlichen Körper. Er ist mit dem komplexen Nervensystem des Rückenmarks verbunden. Das ist auch der Grund, warum der Ischiasnerv so starke Schmerzen verursachen kann. Die Ursachen für Ischiasbeschwerden liegen in Schädigungen des betreffenden Nervs oder der Nervenwurzel, die durch Einklemmungen, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, oder durch Entzündungen entstehen können.

Typische Beschwerden sind starke Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen können. Durch Husten oder Pressen verschlimmern sich die Schmerzen weiter. Auch Gefühlsstörungen bis hin zu Lähmungen gehören zu den Beschwerden bei Ischias. Wenn du gleichzeitig noch unter einem Hexenschuss leidest, handelt es sich um eine sogenannte Lumbo-Ischialgie.

Wie entstehen Ischiasschmerzen?

Die Beschwerden können ganz plötzlich und überraschend bei dir auftreten. Die Ursachen für Ischiasschmerzen sind verschieden. Muskuläre Verspannungen, Blockierungen der Wirbelkörper oder eine Bandscheibenvorwölbung bzw. ein Bandscheibenvorfall können die starken Schmerzen auslösen.

Am häufigsten gilt eine degenerative Veränderung der beiden unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule als Ursache. Durch einen Bandscheibenvorfall kann der Ischiasnerv eingeklemmt werden, was neben den Rückenschmerzen auch Schmerzen im Bein verursacht.

Bei dieser Form treten auch Gefühlsstörungen und Lähmungen auf. Seltener werden die Beschwerden durch eine Entzündung des Ischiasnervs verursacht. Das kann zum Beispiel im Zuge einer Erkrankung mit Gürtelrose auftreten. Auch eine Verengung der Wirbelkörper durch Tumore ist möglich.

Was tun bei Ischiasschmerzen?

Es ist wichtig, zunächst die Schmerzen zu behandeln. Es gibt auch die Möglichkeit, Kortisonspritzen in den Rücken zu verabreichen. Dabei handelt es sich allerdings um eine aufwendige Behandlung, die unter bildgebenden Verfahren, wie einen CT, erfolgen muss. In der akuten Phase solltest du dich schonen und Wärme auf die betroffene Stelle geben. Längerfristig ist eine Schonhaltung jedoch keine Lösung.

Im Alltag solltest du dich ausreichend bewegen und deine Rückenmuskulatur stärken, um den Schmerzen vorzubeugen. Treten die Ischiasschmerzen bei dir wiederholt auf, kann eine Rückenschule hilfreich sein. Dort lernst du, wie du dich im Alltag rückenschonend bewegst und deine Muskulatur im Rücken stärkst.

Bei starken, sich wiederholenden Bandscheibenvorfällen kann eine Operation sinnvoll sein, diese sollte jedoch gut abgewägt werden.
Hier findest du weitere Infos und eine Reihe an einfachen und entspannenden Übungen gegen Ischiasscherzen.

Zunächst helfen aber diese kleinen Tipps für den Alltag, um den Ischiasnerv zu schonen:

  • schwere Gegenstände nicht aus dem Rücken, sondern aus den Knien heben,
  • falsche Körperhaltung, vor allem im Sitzen vermeiden,
  • regelmäßige Bewegung, mit Aufbau der Rückenmuskulatur.
Können Ischiasschmerzen von alleine verschwinden?

Der Verlauf von Ischiasschmerzen ist in der Regel gut. Viele Patienten berichten über eine deutliche Verbesserung nach einigen Tagen Schonung. Nach spätestens sechs Wochen sind die meisten Beschwerden bei Betroffenen verschwunden. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Spontanheilung.

Wenn der Ischiasnerv aufgrund eines Bandscheibenvorfalls eingeklemmt wurde, kann sich auch hier das Beschwerdebild ohne eine Behandlung verbessern. Für den weiteren Verlauf, ist aber auch wichtig, wie du dich im Alltag verhältst. Mit den oben genannten Tipps kannst du das Schmerzintervall entscheidend verkürzen.

Ob dein Ischias eine gute Prognose hat, ist davon abhängig, welche Ursache zugrunde liegt. Dabei spielt das Ausmaß des Bandscheibenvorfalls und der Schweregrad der Schädigung am Ischiasnerv eine Rolle.

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