Ingwer: Die Knolle mit „Biss“

Das Wissen um eine ganz besondere Wurzelknolle wurde über Jahrtausende gehütet und verbreitete sich langsam in der ganzen Welt. Heute belegen bereits zahlreiche wissenschaftliche Studien das medizinische Potential und rücken den Ingwer und seine wundersamen Wirkstoffe weiter in den Fokus der modernen Forschung.

Der Feldzug des Ingwers

Etwa im Jahr 400 v. Chr. schrieb der chinesische Lehrmeister Konfuzius über das gesundheitsfördernde Knollengewächs und verbreitete so das alte Wissen der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda über den ganzen asiatischen Raum. Mit Alexander dem Großen kam das Wissen um die heilende Wirkung des Ingwers schließlich auch nach Griechenland, von wo es sich rasch über den europäischen Kontinent ausbreitete.

Doch die moderne Schulmedizin verdrängte den Ingwer als Arzneimittel – vorerst. Als exotisches Gewürz verlor er vor allem in England aber nie an Bedeutung. In Deutschland wurde die aromatische Wurzel dann schließlich in den 60er Jahren wiederentdeckt und verfeinerte mit würziger Note und besonderer Schärfe auch die deutsche Küche.

Ingwer - Kleine Knolle mit Biss
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Kleine Wurzel, starke Wirkung

Seither ist der Ingwer von der modernen Forschung in verschiedenen Studien genauer untersucht worden. Dabei konnten zahlreiche Wirkungsweisen der wundersamen Wurzel belegt werden, die in unterschiedlicher Verarbeitung vielfältige Anwendungsmöglichkeiten finden.

Ingwer ist reich an Vitamin C, enthält wichtige Mineralstoffen und verschiedene Bestandteile, deren Wirkung bereits evident ist. In den Fokus der neuesten Forschungen rücken aber vor allem der Wirkstoff 6-Gingerol und das Abbauprodukt 6-Shogaol.

Bei Gingerol handelt es sich um den geschmackstragenden Scharfstoff, der nur im Rhizom des Ingwers vorkommt. Beim Kochen oder einer speziellen Art der Trocknung verliert das Gingerol eine Hydroxygruppe und wird zu einem neuen Stoff, dem Shogaol.

Im Hinblick auf das therapeutische Potential gilt Shogaol als der bedeutsamere Wirkstoff. Neben der entzündungshemmenden Wirkung der Scharfstoffe, zeigt sich das Shogaol darüber hinaus zytotoxisch gegenüber Krebszellen und ist in der Lage die Apoptose, den programmierten Zelltod, einer Krebszelle auszulösen.

Wirkungsweisen im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Gedächtnisleistung werden derzeit weiter erforscht und machen Shogaol auch für die Alzheimertherapie zu einem vielversprechenden Kandidaten.

Mehr als Abwehrchef und Muntermacher

Das Anwendungsspektrum für die heilsamen Kräfte des Ingwers ist allemal breit gefächert. Nicht nur, dass die Inhaltsstoffe bereits die wichtigsten Nährstoffe für ein starkes Immunsystem liefern, die ätherischen Öle und Scharfstoffe wirken ganz allgemein entzündungshemmend und schmerzstillend. Ingwer hilft gegen Erkältungssymptome, Arthrosebeschwerden, Migräne und Regelschmerzen.

Weiter kann Ingwer signifikant den Blutzucker senken und ist somit eine wertvolle Unterstützung zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes. Verdauungsfördernde und thermogene Eigenschaften des Ingwers können Magen- und Darmbeschwerden lindern oder zusätzlich beim Abnehmen unterstützen.

Die antiemetische Wirkung, die Übelkeit und Erbrechen unterdrückt, kann gegen Schwangerschaftsübelkeit helfen und findet bereits während der Chemotherapie als begleitende Supplementation Anwendung. Die Fähigkeit das Wachstum von Krebszellen zu hindern oder diese sogar zu zerstören wird schon bald die Einsatzmöglichkeiten in der Krebstherapie erweitern.

Ingwerkapseln: Ingwer in konzentrierter Form

Die Wurzelknolle ist also tatsächlich ein echter Allrounder. Das therapeutische Potential entfaltet sich aber erst in der richtigen Dosierung und Einnahme. Ein frisch aufgebrühter Ingwertee ist bei einer Erkältung zwar genau das richtige, für medizinische Zwecke dagegen eignen sich spezielle Ingwerpräparate oft in Form von Kapseln überwiegend besser. Diese enthalten je nach Anwendungsgebiet Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration.

Obwohl es sich bei Ingwer um ein natürliches Heilmittel handelt, sollte in bestimmten Ausnahmefällen und bei regelmäßiger Einnahme ein Arzt konsultiert werden. Kinder bis zu sechs Jahren, schwangere Frauen und stillende Mütter sowie Personen, die Gerinnungshemmer einnehmen und Menschen mit hohem Blutdruck oder Gallensteinen sollten auf Ingwer verzichten oder nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt zu sich nehmen.
Mehr Informationen über die Wirkung von Ingwer gibt es auch auf ingwer-wirkung.info.

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