Hoher Blutdruck und Naturheilkunde

Hoher Blutdruck oder Arterielle Hypertonie liegt nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dann vor, wenn der systolische Blutdruck über 140 mmHg oder der diastolische Blutdruck über 90 mmHg liegt.

Dieses tückische Krankheitsbild liegt bei durchschnittlich jedem Fünften Mitteleuropäer vor. Deutschland steht sogar im europaweiten Vergleich in Bezug auf die Bluthochdruckhäufigkeit und die Anzahl der Schlaganfall-Toten als Folge der arteriellen Hypertonie an Platz eins.

Da ein temporärer Blutdruckanstieg auch durch einen Infekt, Schwangerschaft, Stress oder Medikamente ausgelöst werden kann und die Symptome anfangs nicht sehr spezifisch sind, ist zur endgültigen Diagnosestellung ein mehrmaliges Messen durch den Arzt zwingend erforderlich.

Der durch Schädigung der Blutgefäße zu einem steigenden Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und Arteriosklerose führende Krankheitskomplex zeigt sich beispielsweise durch Herzklopfen, Kopfschmerz, Nasenbluten, Nervosität, Schwindel, übermäßige Müdigkeit oder eine schnelle Rötung des Gesichtes nach kleinsten Anstrengungen.

Der Hausarzt verschreibt nach der Diagnosestellung meist klassische Blutdrucksenker, doch diese sind nicht der einzige Weg zu einem wieder normalen Blutdruck. Auch alternative Methoden und die Umstellung des Lebenswandels sind hier mehr als nur unterstützende Maßnahmen.

Klein aber oho – Mikronährstoffe

Unter Mikronährstoffen versteht man zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder sekundäre Pflanzenstoffe.

Eine Kombination aus Vitaminen, wie er in Obst und Gemüse vorkommt, wirkt bis zu zweihundertmal besser, als einzelne Mikronährstoffe. Diese kleinen Nahrungsmittelbestandteile haben antioxidative Eigenschaften, wodurch sie in der Lage sind freie Radikale umzuwandeln und somit die Auskleidung der Blutgefäße aktiv schützen können.

Manche Antioxidantien verbessern noch dazu die Bereitstellung von Stickoxid, welche zur Entspannung der glatten Muskelzellen in der Gefäßwand führen. Diese Relaxation senkt den Blutdruck, da ein größerer Gefäßdurchmesser zu einem geringeren Druck der Flüssigkeit Blut führt.

Als Beispiel kann hier auch Magnesium genannt werden, da es neben der Entspannung der Gefäße allgemein auch eine Stress-Reduktion des Körpers unterstützt und so oft das Problem an der Wurzel bekämpft.

Niedrig dosierte Omega-3-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft reduzieren ebenfalls die Hypertonie der Arterien, senken den oxidativen Schaden am Gewebe und verbessern das Cholesterin-Profil im Blut.

Durch eine gesteigerte Stickoxid-Produktion muss man in diesem Zusammenhang auch Coenzym Q10 erwähnen. Ein positiver Nebeneffekt dieses Coenzyms ist das Verhindern der Umwandlung des gefährlichen Cholesterins LDL, was die Gefäßfunktion verbessert und die Kraft des Herzens unterstützt.

Du bist, was du isst

Japanische Forscher konnten mittlerweile belegen, das adipöse Menschen unter einer gesteigerten Bildung von freien Radikalen leiden, was zu der Entstehung von Bluthochdruck beiträgt.

Neben einer ausgewogenen Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sollten Betroffene versuchen, den Konsum von Kochsalz deutlich zu verringern. Eine tägliche Aufnahme von unter sechs Gramm Kochsalz kann den Blutdruck um bis zu acht mmHg senken. Dieser direkt messbare Effekt tritt zwar nur bei jedem Dritten Patienten auf, doch auch ohne diese Messwertveränderung wirken die blutdrucksenkenden Mittel durch NaCl-Reduktion deutlich effektiver.

Unter ausgewogener Ernährung sollten Hypertoniepatienten vor allem den Genuss von frischen Obst, Gemüse und Fisch verstehen. Tabu sind gesättigte Fettsäuren tierischer Herkunft. Durch diese Ernährungsumstellung kann sich der Blutdruck um bis zu 14 mmHg normalisieren.

Ob an der frischen Luft oder indoor – Bewegung muss sein

Alle von arterieller Hypertonie betroffenen Sportmuffel argumentieren beim Thema mehr Sport treiben immer gleich: Sport erhöht den Blutdruck und aus diesem Grund dürften sie keinen treiben.

Mit gezieltem, durch den Hausarzt überwachtem Training tritt jedoch der entgegengesetzte Effekt ein, die allgemeine Regulation des Kreislaufes führt zu einer sanften Senkung. Nur regelmäßige Bewegung mit Sinn und Verstand kann den Blutdruck um vier bis neun mmHg senken. Am effektivsten ist mindestens dreimal wöchentlicher Sport, beispielsweise Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren, für je mindestens dreißig Minuten pro Einheit.

Liegt die Wurzel des Bösen in zu viel Stress und Zeitmangel im Alltag, kann man diesem durch regelmäßigen Entspannungspausen und Entspannungsmethoden entgegenwirken. Autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation oder Meditation sind hier nur mögliche Beispiele. Die durch den Stress ausgeschütteten Hormone wie Adrenalin, welche eine Gefäßkontrahierende Eigenschaft besitzen, werden somit verringert.

Im Wechselbad der Gefühle – Sauna und Kneipp`sche Anwendungen

Regelmäßige Saunagänge führen durch den Flüssigkeits- und Salzverlust zu einer Entlastung des Herzens. Auch hier kann die Ausrede, ein Saunagang sei zu anstrengend, in den meisten Fällen nicht vorgebracht werden, da so ein Saunabesuch der Anstrengung von einem gemütlichen Fußmarsch oder langsamen Radfahren entspricht. Ein Anstieg des Blutdruckes konnte bis jetzt in der Sauna nicht gemessen werden- im Normalfall senkt sich sogar der diastolische Blutdruck.

Die Hydrotherapie nach Sebastian Kneipp kann bei leichter arterieller Hypertonie hilfreich sein. Als Beispiel ist das ansteigende Armbad zu nenne, bei welchem man seine Arme bei 35°C im Waschbecken badet und die Temperatur innerhalb von 5 Minuten auf 39°C erhöht. Auch das allseits bekannte Wechselduschen, bei dem die Duschwassertemperatur zwischen 36°C-39°C und 10°C-16°C wechselt, kann gut genutzt werden. Wichtig ist hier stets rechts zu beginnen, also herzfern.

Nur Vollbäder sind für Hypertoniepatienten tabu. Diese belasten das Herz-Kreislaufsystem zu sehr.

In Maßen und nicht in Massen – Alkohol und Koffein

Als Alkoholiker gilt offiziell jeder, der regelmäßig Alkohol konsumiert und darauf nicht mehr verzichten kann. Alkohol ist ein Genussmittel und sollte deshalb keinesfalls im Übermaß eingenommen werden.

Neben vielen anderer schädlicher Aspekte erhöhen alkoholische Getränke auch den Blutdruck.

Meist sind Menschen mit Hypertonie bereits zum Alkoholverzicht gezwungen, da sich die blutdrucksenkenden Medikamente nicht mit Alkohol vertragen und eine gemeinsame Einnahme sehr schädlich für den Gesamtorganismus sein kann.

Auch das schwarze Segen des Morgens, der warme frisch gebrühte Kaffee oder auch Tee, ist durch die enthaltenen Methylxanthine kontraindiziert bei Bluthochdruck.

Durch täglichen Konsum von Kaffee, schwarzen Tee, Energydrinks oder vergleichbaren Produkten tritt eine Art Gewöhnung an die Inhaltsstoffe ein, was dazu führt das viele Patienten den negativen Einfluss nicht gleich bemerken. Während der anregende Effekt immer mehr bei konstanter Genussmenge verloren geht, kann die blutdrucksteigernde Wirkung weiter ansteigen.

Weniger ist auch hier mehr, da durch Koffeinpausen der anregende Effekt der Getränke zurückkommt und die Gefäße geschont werden.

Was die Oma schon wusste – alte Hausmittel gegen Hypertonie

Bananen sind nicht nur lecker, sondern regulieren durch das enthaltene Kalium den Natriumspiegel, was wiederum dir Herzfunktion verbessert.

Auch in Bockshornkleepulver befindet sich eine große Menge Kalium. Also Tee, Pulver oder Paste kann man den Klee ganz einfach in seine tägliche Ernährung einbinden.

Öfter mal mit Cayenne Pfeffer würzen heißt die Devise. Oder man überwindet sich und trinkt eine Prise Cayenne Pfeffer aufgelöst in lauwarmen Wasser. Der Stoffwechsel wird durch die Schärfe angeheizt und die Gefäße relaxiert.

Auch das Bienengold, der Honig, kann den Blutdruck senken. Ein bis zwei Teelöffel täglich morgens auf nüchternen Magen sind hier ausreichend.

Nun zu den Knollenfrüchten. Sowohl der Knoblauch, als auch die Zwiebel können hilfreich sein. Zwiebeln enthalten Quercetin, ein Flavonoid, welches bei täglichem Genuss die Blutgefäße entspannt. Knoblauch erleichtert den Blutfluss und wirkt vergleichsweise rasch. Er kann roh oder in gegartem Zustand aufgenommen werden.

Sellerie relaxiert die Muskulatur der Blutgefäße und der umgebenden Strukturen. Diese indirekte blutdrucksenkende Wirkung lindert eine Hypertonie. Weitere naturgemachte Blutdrucksenker sind Kokosnusswasser, Zitrone und Wassermelonensamen.

Die Samen der Wassermelone enthalten Cucurbocitrin, Zitronen helfen durch den Radikalfänger Vitamin C und Kokosnusswasser ist reich an Kalium und Magnesium, deren Wirkung bereits beschrieben wurde.

Natürlich gibt es auch eine Vielzahl nützlicher Kräutermischungen.

Das A und O ist in jedem Fall viel zu Trinken und auch auf den Vitamin D-Haushalt zu achten, da auch dieses Vitamin ein sehr guter Radikalfänger ist.

Alles in Allem

Beherzigt man diese im Alltag gut umsetzbaren Tipp und Tricks, kann es bei leichtem Bluthochdruck sein, dass man die vom Arzt verschriebenen Medikamente nur durch die Veränderungen des Lebenswandels nicht mehr benötigt.

Für Patienten mit deutlichen Blutdruckabweichungen stellen sie eine großartige Unterstützung der Medikamente dar. Und allen die der Volkskrankheit vorbeugen wollen, sind diese Hinweise eine gute Unterstützung.

Das Sahnehäubchen bei der ganzen Lebensänderung ist, dass sich so noch andere kleine und große Baustellen mit ziemlicher Sicherheit verbessern werden. Es lohnt sich also in jedem Fall!

Geschrieben von Michaela Hinkel (deine-gesundheit.net)

Quellen:
Bluthochdruck – Hilfe ohne Medikamente, https://www.volkskrankheit.net/a_z/bluthochdruck-hilfe/?gclid=CjwKCAiA0IXQBRA2EiwAMODilzGiDAwBL_lj7ynzLR1HW7km09j6yRqEizFDvRtXp_rRhvMV2sK5TxoCV2QQAvD_BwE
19 Hausmittel gegen Bluthochdruck, https://www.juvalis.de/apotheke/hausmittel-gegen-bluthochdruck/
Hausmittel gegen Bluthochdruck, http://www.heilpraxisnet.de/hausmittel/hausmittel-gegen-bluthochdruck.

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