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Der Winter steht wieder vor der Tür. Trotz der globalen Klimaveränderungen, die in unseren Breitengraden zu immer milderen Wintern führen, bedeutet dies jedoch mitnichten, den Winterschutz in unseren Gärten zu vernachlässigen. Zumal die spärlicher werden Niederschläge und Schneedecken als natürlicher Schutz mehr und mehr ausbleiben, daher Fröste und kalte Trockenheiten sowie die kühlen Winterwinde die Fauna und Flora schädigen können. Aus diesem Grunde macht es natürlich Sinn, vor dem ersten Frosteintritt und der wohl verdienten Winterruhe die notwendigen Maßnahmen zum Winterschutz zu ergreifen. Winterschutz im Garten bedeutet in erster Linie Pflanzenschutz im Garten. Grundsätzlich gilt für alle Pflanzen, dass der effizienteste Winterschutz vor allem dann gewährleistet ist, wenn schon bei der Pflanzung auf die Auswahl des Standortes und die entsprechende Winterhärte geachtet wird. Wird zusätzlich die regelmäßige Pflege, insbesondere das Wässern, nicht vernachlässigt, hat man schon ohne großartigen Aufwand das Fundament für einen gelungenen Winterschutz beigetragen. Gleichzeitig stellt bei allen Pflanzen ein maßvoller Winterschnitt ein wichtiges Kriterium dar. Dabei sind vor tote oder kranke Triebe zu entfernen, Haupttriebe vor allem bei Sträuchern auf fünf bis 8 Triebe zu begrenzen und diese um ca. 2/3 einzukürzen. Winterschutz bei Bäumen und Sträuchern Zunächst ist festzuhalten, dass es nicht die Kälte, sondern die mit den Frösten einhergehende Trockenheit ein Problem für die Gehölze darstellt. Regelmäßiges Wässern, insbesondere bei Jungpflanzen und Immergrünen Gehölzen, führt dazu, dass im Wurzelbereich ein entsprechender Speicher geschaffen werden kann. Immergrüne Gehölze vor allem vor Frosteinbruch wegen der Verdunstung wässern. Eine Abdeckung des Wurzelbereichs durch regelmäßiges Mulchen mit organischem Material wie Laub, Reisig, u.ä. vermindert das Auskühlen. Eine ergänzende gezielte Nährstoffversorgung durch organische, chloridfreie Dünger (zwischen Dezember und Februar) rundet den Winterschutz ab. Winterschutz bei Rosen Während die heimischen Rosen mit den vorherrschenden klimatischen Bedingungen in der Regel hervorragend zurecht kommen und bei Bedarf ein einfacher Rückschnitt bis kurz über dem Rosenstock ausreicht, bereiten die Übergänge zwischen Frost und Tauwetter vor allem bei den importierten, kultivierten Rosen Probleme. Daher ist bei diesen Rosen darauf zu achten, den Rosenstock vor Frosteintritt mit ca. 10-15cm Oberboden (oder ähnlichem) anhäufeln. Wichtig ist vor allem, dass die Veredelungsstelle geschützt ist!! Zusätzliches Abdecken durch Reisig dient zur Minderung des Frosteintrittes und zur Vermeidung der Wintersonne. Auch die Rosen sind vor Frosteintritt gut zu wässern, die kranken Triebe zu entfernen. Winterschutz bei Rhododendren Sofern bei der Pflanzung schon auf Standort und Bodenklasse (Halbschatten und mäßig sauer) geachtet wurde, offenbaren sich die häufig vorkommenden Rhododendren durch ihren recht anspruchslosen Habitus. Ein maßvolles Wässern vor Frosteintritt und ein zusätzliches regelmäßiges bespritzen des Laubes mit Wasser(auf Kalkhaltigkeit achten) reichen bei Rhododendren völlig aus. Winterschutz bei Kübelpflanzen Während viele exotische Kübelpflanzen die Behaglichkeit und den Wohnkomfort im Sommer und den Übergangszeiten angenehm bereichern, stellt sich im Winter das Problem des Überwinterns. Dabei reicht schon die Einhaltung nachfolgender Regeln: - Eine Überwinterung in hellen, kühlen Räumen (ca. 10°C) reicht schon aus (Zitrone, Zierbananen), klimatisierter, warme Räume sind nicht notwendig!
- Laubabwerfende Pflanzen begnügen sich auch mit dunklen Räumen (Feigen, Fuchsien, Datura, Bougainville).
- Je dunkler und kühler der Raum, desto weniger muß gegossen werden
- Einige frostverträgliche Kübelpflanzen können durch entsprechenden Schutz durch Reisig, Folien, etc. auch im Freien überwintern, sofern für ein entsprechender Windschutz gesorgt ist.
Frostverträgliche Kübelpflanzen: - Zylinderputzer (ca. –5°C) - Kassie (-5°C) - Zwergpalme (-15°C) - Echte Feige (-15°C) - Lagerstroemie (-15°C) - Lorbeer (-10°C) - Oleander (-5°C) - Granatapfel (-10°) - Hanfpalme (-5°C) - Palmlilie (-5°C) - Engelstrompete (0°C) Winterschutz für Rasenflächen Vor Wintereinbruch sollten sämtliche Rasenflächen zunächst auf 5 bis 6 cm gemäht werden, da dies Krankheiten wie Schneeschimmel u.ä. vermeidet. Anschließend ist das Laub zu entfernen, damit der Rasen belichtet und belüftet wird, dadurch wird ein Verfaulen verhindert. Winterschutz bei Stauden Wie bei den Gehölzen und Rosen haben sich die meisten Stauden inzwischen den klimatischen Rahmenbedingungen angepasst oder wurden im Vorfeld schon standortgerecht gepflanzt. Dennoch empfiehlt sich aufgrund der Unwägbarkeit unseres Klimas auch bei den Stauden Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Gegen starke Temperaturschwankungen schützt man auch die Stauden durch Abdeckung mit Laub oder Reisig. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Abdeckung wegen der Wahrscheinlichkeit eines Pilzbefalls bei einigen Stauden nicht zu dicht erfolgt. Winterschutz bei Teichen Wenngleich es nur wenige frostempfindliche Wasserpflanzen (Pfeilkraut, Hechtkraut, etc.) gibt, die einen Winterschutz benötigen, sollten auch Teichanlagen "winterfest" gemacht werden. Wasserpflanzen erfahren den besten Schutz, wenn Sie – sofern sie in Körben stehen – einfach in tieferes Wasser gesetzt werden. Laub und abgestorbenen Pflanzen sind regelmäßig zu entefernen, damit die Wasserpflanzen genügend Licht bekommen. Fische können problemlos bei mindestens 70 bis 80cm Tiefe überwintern. Daher ist während des Baus eines Teiches schon auf die spätere Mindesttiefe zu achten. Ein entsprechender fachgerechter Rückschnitt von Ufer- und Sumpfpflanzen zum Abschluß und der Teich kann sich in die Winterruhe begeben. Kali-Dünger als Frostschutz Neben den vorgestellten, einfachen Maßnahmen für einen funktionierenden Winterschutz im privaten Hausgarten, trägt auch eine maßvolle, kaliumbetonte Düngung im November oder Dezember noch vor Frosteintritt zu einem wirkungsvollen Pflanzenschutz bei. - Kali erhöht den Salzgehalt im Zellsaft und reduziert dadurch den Gefrierpunkt - Kali fördert den Stoffwechsel bei Pflanzen und reguliert ihren Wasserhaushalt - Kali verbessert die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen durch Ausbildung stabilerer Zellwände. Abschließend ist festzuhalten,, dass ein effizienter Winterschutz im Garten schon durch einfachste Maßnahmen zu gewährleisten ist. Jedoch ist anzumerken, dass aufgrund der Pflanzenvielfalt die beschriebenen Schutzmaßnahmen keinen allgemein verbindlichen Anspruch haben. Viele Pflanzen benötigen einen speziellen Winterschutz, daher empfiehlt sich immer eine Beratung durch den Fachmann. Informationen oder Online-Beratung unter: www.die-oekologen.at
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