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Artikel aus Zeitschrift WEGE, Ausgabe 4/07 zum Schwerpunkt „Seele & Spirit“ – http://www.wege.at Woran unsere Seele krankt und was wir brauchen, um uns selbst und das Leben zu lieben von Uwe Böschemeyer Eins der zentralen menschlichen Probleme unserer Zeit ist das tief greifende Gefühl, nicht zu genügen, nicht genügend wert zu sein. Und da aus Selbst-Sicht bekanntlich Welt-Sicht wird, fehlt vielen Menschen auch die Wertschätzung für die Welt, in der sie leben. Die Folgen dieser Haltung sich selbst und dem Leben gegenüber sind fatal. Immer mehr Mitmenschen mangelt es an Lebensfreude, an Hoffnung, Vertrauen, Freiheit, Liebe… es mangelt ihnen an an Halt und Sinn im Leben, an Begeisterung fürs Leben. Aufgrund meiner 25-jährigen Praxiserfahrung zeigen sich vier Lösungswege, die dem Einzelnen und den Vielen aus dieser Misere heraushelfen und dem Problem den Nährboden entziehen könnten… Weg 1: Wir brauchen eine freundlichere Sicht des Menschen! Eins der bedrückendsten Geheimnisse des Menschen ist, dass er (bewusst oder unbewusst) sein eigener Feind und also gegen sich selbst sein kann - gegen seinen eigenen Lebensdrang, gegen seine eigene Vernunft, gegen seinen eigenen Geist, gegen seine Gesundung, gegen seine Lebenslust, gegen die Liebe. Wer gegen sich selbst ist, verhält sich destruktiv, nicht konstruktiv. Er liebt nicht, sondern lehnt ab: die Welt, in der er lebt, und das Einzige, was er hat - sich selbst. Doch weil er so nicht leben kann, projiziert er seine Selbstablehnung auf andere, so dass er glaubt, die anderen seien gegen ihn. So macht er sich Menschen zu Feinden, die von ihrer Feindschaft gegen ihn gar nichts wissen. Er wird zur Monade, zu einem in sich abgeschlossenen, vereinsamten, sich selbst unter Druck setzenden Menschen, der sich weder auf die eigene innere Welt noch auf anderes Leben bezieht. Und so verliert er den Blick für Werte, die sowohl in ihm selbst, als auch in der Welt reichlich vorhanden sind, und hat größte Mühe, sein eigenes Leben zu bejahen. Doch gibt es nicht nur die Macht der Selbstzerstörung, sondern auch die Macht der Liebe. Was die Liebe in Wahrheit ist, durfte ich in meiner Forschungsarbeit am Unbewussten erkennen. Wie manche vielleicht wissen, habe ich die sogenannte „Wertimagination“ entwickelt. Wertimaginationen sind bewusste „Wanderungen“ ins Unbewusste zu bestimmten Zielen, z.B. zur Freiheit, zur Liebe oder zum Mut, zu Zielen, die wir in Symbolen plastisch, dreidimensional und unmittelbar vor uns sehen. Das Charakteristische bei diesen „inneren Wanderungen“ ist, dass wir dabei allen menschlichen Eigenschaften auch als inneren Gestalten begegnen können (ich nenne sie Wertgestalten). So treffen wir z.B. den Mutigen in uns, oder den Liebenden, oder symbolisch für die Lebensverneinung unseren inneren Gegenspieler - und natürlich auch den Lebensbejaher, den „inneren Verbündeten“. Der Freund in mir Der innere Verbündete (alle Wertgestalten sind sowohl männlich als auch weiblich) ist im „unbewussten Geist“ (Victor Frankl) verwurzelt. Unser unbewusster Geist stellt das stärkste Energiezentrum dar, zu dem wir Zugang haben können. Unbewusster Geist ist die Basis des bewussten Geistes, mehr als das: Er ist die Basis menschlichen Daseins überhaupt. Er ist die „Mitte der Seele“. Und in dieser Mitte wohnt also der innere Verbündete. Er kümmert sich keinen Deut darum, was wir nicht sind, nicht haben, nicht können, was wir versäumt haben, worin wir schuldig geworden oder gescheitert sind. Er sieht vordergründig, was wir brauchen. Und nicht nur das: Er bewertet uns nicht, er beschuldigt uns nicht, er schätzt uns wert und gibt uns rundum das Gefühl, von ihm ernst genommen, angenommen, geliebt zu werden. Verbünden wir uns mit diesem inneren Freund, dann wissen wir uns akzeptiert, fühlen uns aufgerichtet, gewinnen wir Selbstvertrauen und damit den berühmten „aufrechten Gang“, wir fühlen unseren Wert… Dann gewinnen wir auch die Fähigkeit, über uns selbst hinaus auf andere Menschen zu sehen, weil wir uns nicht mehr damit befassen müssen, was wir nicht sind, nicht können und nicht haben. Wir werden nicht nur selbst lebens-, sondern auch liebes- und gemeinschaftsfähig. Und dann werden wir auch zulassen können, dass andere Menschen eine andere Sicht des Lebens und des Göttlichen haben. Denn unser Bewusstsein hat sich erweitert. JA zum Leben! Der Verbündete geht von der Selbstverständlichkeit aus, dass zum Menschsein Mängel und die Möglichkeit des Scheiterns gehören. Er pocht nicht auf Regeln oder Gesetze, sondern stellt den Menschen in einen weiten Raum. Er ermutigt, weckt Hoffnungen, zeigt neue Wege, er bejaht das Leben und den Menschen. Kurz: Er will nur unser Bestes. Er vermittelt das Gefühl tiefer Geborgenheit. Und nicht selten leuchtet in ihm etwas auf, das seinen Ursprung nicht in dieser Welt hat. Der Verbündete ist der, den wir den eigentlichen Menschen nennen. Er ist jener, der wir werden könnten und sollten. Jeder von uns hat dieses „wahrhaftige Menschsein“ in sich. Wir brauchen sein Bild nicht zu konstruieren. Solange wir leben, werden wir es zwar nie in Vollendung leben - doch ihm näher kommen, tatsächlich näher kommen - ist keine Utopie. Ob in mir und anderen die Lebensverneinung obsiegt oder die Lebensbejahung, die Freiheit oder der Zwang, die Unzufriedenheit oder der Friede, die Zerstörung oder die Liebe, hängt primär davon ab, worauf sich mein Geist ausrichtet, worauf ich in der mir gegebenen Freiheit sehe. Dabei geht es um konkrete Fragen, zum Beispiel um diese: • Worauf sehe ich? Worauf höre ich? • Worauf richten sich meine Gedanken? Was suche ich? • Womit verbindet sich mein Geist? Mit dem, was Leben stört, gar zerstört? Mit dem, was Leben fördert? • Was suche ich primär? Die Widerstände oder die Lösungen? Die Aggression oder die Liebe? Das Absurde oder den Sinn und das Glück? Das in mir, was Leben verneint - oder das, was Leben bejaht? Wir können wählen. Wir können wählen. In einer „Zeit der ständig wechselnden Gegenwart“ (Küng) mit ihren radikalen Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt wird es von entscheidender Bedeutung sein, welches Bild vom Menschen bei Einzelnen und in den Ländern das Leben bestimmt. Es geht hier um ein Thema, das den gleichen Rang hat wie der Klimawandel. Denn: Wäre allen klar, wer der Mensch im Grunde ist - wäre klar, mit welcher Kraft wir im Grunde ausgestattet sind, und richteten wir uns alle darauf aus - dann sähe die Welt heute anders aus. Weg 2: Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Selbstverantwortung und Verantwortung für unsere Mitwelt! Die Tiefenpsychologie des 20. Jahrhunderts brachte uns tiefe Einsichten in die inneren Abgründe, Begrenzungen, Verwicklungen und Widerstände. Und das war gut so. Wir erfuhren auch mehr als in früheren Zeiten von unseren Wünschen und wurden dazu ermutigt, sie zu leben. Und auch das war gut so. Die verständliche Folge war leider auch, dass wir durch diese Entwicklung zu stark auf unser Ich fixiert wurden. Wir haben die Tatsache aus den Augen verloren, dass wir nicht nur Individuen, sondern auch Gemeinschaftswesen sind. So entstand ein Ungleichgewicht zwischen Selbst- und Weltsicht. Dieses Ungleichgewicht zu begreifen, ist von größter Bedeutung! Denn was geschieht, wenn jemand zu sehr sich selbst im Blick hat? Je mehr ich um mein Ego kreise, desto lebensunfähiger und unglücklicher werde ich. Je mehr ich darüber klage, was ich nicht habe, und mich darüber ärgere, was ich nicht bin, je mehr ich fordere, was doch mir wie allen anderen „zusteht“, je mehr ich das Leben um mich herum aus dem Blick verliere - desto mehr entferne ich mich von dem, wie ich im Grunde sein und leben könnte: heiter, gelassen, mir selbst vertrauend… auch wenn die Umstände mal nicht so günstig sind. Ich und die Welt Kaum etwas macht mich andererseits gelöster, gelassener, nichts bringt meine besten Seiten leichter zum Vorschein, als das Bemühen darum, das Ego nicht ständig zum Zuge kommen zu lassen. Wer freier wird von seiner Ich-Bezogenheit, dem weitet sich der Blick, damit zugleich die ganze Seele. Wer weniger egozentrisch und daher weniger einseitig denkt, fühlt mehr das Herz der Welt und damit gewiss auch sein eigenes. Wie aber können wir uns befreien von dieser überstarken Ich-Bezogenheit? Zunächst kommt es darauf an, dass ich begreife, in welchem Maße ich von meinem Ego und seinen Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen versklavt bin. Es muss mir aufgehen, wie oft und wie leidvoll ich immer wieder um das kreise, was ich begehre, was ich mir wünsche und vorstelle. Es muss mir fühlbar werden, dass ich nur selten dem spielenden Kind gleiche und zu selten Ich-vergessen bin. Ich muss in mir die Erschütterung darüber zulassen, dass ich vieles von dem, was mir an Wichtigem und Wesentlichem begegnet, nur erblicke, nicht erkenne - nur sehe, aber keine Verbindung zu ihm aufnehme. Meine Ichbezogenheit muss mir auf die Nerven gehen! Vielleicht lasse ich dann eines fernen Tages auch die heilsame Trauer darüber zu, dass ich zu wenig das Leben liebe - mein eigenes nicht und das große Leben nicht. Weg 3: Wir brauchen ein neues Verständnis für die Liebe! Unter allen Fährten dieses Lebens, die zum Menschsein führen, gibt es keine, die so unmittelbarer in seine Mitte führt als die Liebe. Und doch scheint es, als habe diese Königin der Gefühle und Gefühlskräfte nur noch wenig Daseinsrecht in dieser Welt. Zwar haben von jeher Philosophen, Theologen, Pädagogen, Künstler, Weise, Sänger gesagt, gemalt, besungen, dargestellt, beschworen, dass nichts freier macht, beglückender und sogar gesünder ist, als selber zu lieben - nicht nur die Kinder, die Partner, die Freunde, sondern das Leben, die Welt, die Zeit, das Sein, so wie es sich nun einmal darstellt. Und viele, die diese Botschaft hören, bedenken, auf sich wirken lassen, sagen Ja zu dieser Weisheit, stimmen ihr zu, sind gerührt und berührt, spüren Gänsehaut am Rücken, wollen endlich selbst damit beginnen. Und dann legen sie das Buch beiseite, schauen weg vom Bild, verlassen den Konzertsaal, verabschieden sich von ihrem Weisheitslehrer, werden wieder „Realisten“… und genieren sich nicht, die Liebe, von der hier die Rede ist, in den Raum der Romantik zu verbannen. Dabei brauchen wir heute ein vertieftes Verständnis für die Liebe, weil wir ohne sie nicht mehr wirklich leben können. Das gilt jedenfalls für jene Feinfühligen, die nicht vorbeileben können an dem Unsinn, Irrsinn, der Absurdität, der Bedrohung und Aggressivität, der Kälte und Dumpfheit, den Krankheiten und Verzweiflungen der Menschen dieser Zeit. Nein, da hilft nicht allein die Entwicklung von Ichstärke, nicht allein die Ausrichtung auf das Gute im Leben und schon gar nicht, einfach wegzusehen von den Feldern, auf denen der Wahnsinn blüht. Was wir tun können? Zunächst sollten wir begreifen, was mit dem Verlust der Liebe als Grundwert auf dem Spiel steht. Dann sollten wir Wege zur Entwicklung der eigenen Liebesfähigkeit suchen… Und diese WEGE gibt es! Falls du dir vornimmst, das Lieben zu lernen, dann… • lass dir nicht einreden, „die Sache mit der Liebe“ sei noch nie gelungen, dein Vorhaben sei also eine Illusion. • lass in dir Fantasien kommen, wie es wäre, wenn du mehr als bisher lieben würdest. • begreife, dass es ganz oft nicht gerecht im Leben zugeht, und du also nicht darauf warten kannst, bis Menschen liebenswert sind oder werden. • denke bei deinem Wunsch, mehr zu lieben, nicht gleich an die ganze Menschheit. • suche das Liebenswerte auch in dir selbst und lass dich auch von anderen lieben. • lasse zu und lass sein, was immer dir begegnet - lass auch dich selbst sein wie du bist, und suche den Sinn auch in dem, was dir dunkel erscheint. • schau in deine innere Welt hinein, in der die Gründe der Liebe aufleuchten. • lass dir die Liebe von dem schenken, der selber die Liebe ist. • lass die Liebe zum Magneten werden. Weg 4: Wir brauchen eine vertiefte Selbsterfahrung! Vielleicht kennst du das auch? Diesen wundersamen Schmerz, der sich manchmal, in Momenten der Stille und des Alleinseins, den Weg aus der Tiefe unserer Seele ins Licht des Bewusstseins bahnt. Ein Schmerz, der die verhangenen Bilder vom Paradies heraufweht, der uns erinnert an das noch immer wartende Leben, das in all seinen Facetten gelebt werden will. Dieser Schmerz nimmt seinen Anfang mit der Sehnsucht nach einer tiefen Geborgenheit im Leben, nach der Gewissheit, dass nicht ein blindes Schicksal mit uns machen kann was es will, sondern eine große, gütige Hand uns trägt, was immer sich auch in unserem Leben ereignet. „Der Mensch muss erfahren, was ihn trägt, wenn er sich selbst nicht mehr tragen kann. Einzig diese Erfahrung gibt ihm eine unzerstörbare Grundlage.“, hat C.G. Jung einmal gesagt. Da bin ich ganz seiner Meinung. Wir brauchen die Einbeziehung von Spiritualität in alle Formen der Arbeit mit Menschen. Warum? Weil zahllose Menschen dieser Zeit an einer „metaphysischen Heimatlosigkeit“ leiden, deren Folge der viel beklagte Sinnmangel ist. Weil es einen „signifikanten Zusammenhang gibt zwischen dem Rückzug der Religiosität und zunehmender Orientierungslosigkeit, Normenlosigkeit und Bedeutungslosigkeit“ (Küng). Weil Spiritualität (wie sich in unserer langjährigen Institutsarbeit eindeutig herausgestellt hat) ein zu jedem Menschen gehörendes Phänomen ist, und es daher intellektuell unredlich wäre, es zu tabuisieren. Spiritualität in der Psychologie Spiritualität ist ein existenzieller Bestandteil des Menschseins, deshalb ist es nicht nur konsequent, sondern auch notwendig, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Das aber bedeutet, dass sich alle Fachbereiche, die sich für die Hilfe am Menschen zuständig wissen, dieser Thematik zuzuwenden hätten. Die Methode der Wertimaginationen hat sich als eine besondere Möglichkeit herausgestellt, sich Gott oder dem Göttlichen nicht über die viel gescholtenen Dogmen anzunähern, sondern das Göttliche sehr persönlich erfahren zu können. Gerade diese Möglichkeit aber, sich für das Göttliche öffnen zu können, entspricht im Besonderen dem Grundbedürfnis vieler Menschen unserer Zeit. Und erstaunlicherweise machen keineswegs nur religiös sozialisierte Menschen Erfahrungen dieser Art, sondern auch solche, die nach eigener Aussage überhaupt nichts oder kaum etwas mit Kirche, Theologie oder Religion am Hut haben. Auch ihnen zeigt sich das Göttliche in seelischen Bildern, sofern sie sich dafür öffnen - und diese inneren Bilder sind voller Kraft und Poesie. Sie berühren die Menschen zutiefst und sind stark genug, ein Leben zu verändern. Bilder des Göttlichen Ein Beispiel: In einem Ausbildungsseminar imaginierten wir den Satz: Die Welt, in der wir leben, ist unsere Welt. Die folgende (hier gekürzte) Wertimagination stellte mir eine Teilnehmerin zur Verfügung, die zu Beginn des Seminars sehr verunsichert war: „Ich stehe nachts unter freiem Himmel und sehe Mond, Sterne und ein hohes Gerüst, über das ein Seil gespannt ist, auf dem meine beiden ,inneren Lebenskünstler’ Kunststücke vollführen. Dann laden sie mich ein, zu ihnen aufs Seil zu kommen. Wir gehen in seine Mitte. Unter uns ist die Weltkugel zu erkennen. Ich sehe nacheinander Bilder aus verschiedenen Erdteilen: Afrika, eine Savanne mit vielen Tieren - Eskimofamilien in ihren Iglus - Australien und Koalabären, die sich auf Eukalyptusbäumen tummeln... Alle Bilder wirken sehr friedlich und idyllisch. Die Lebenskünstler und ich schauen uns das alles gemeinsam an und staunen und freuen uns. Nach einer Weile ändern sich die Bilder. Die Erdteile bleiben, doch sehe ich jetzt Bilder von verschiedenen Kriegsgebieten, Hungersnöten, Kindersoldaten, Streik.... Es sind leidvolle, traurige Bilder. Beim Anschauen steigt eine große Traurigkeit in mir auf. Nach einiger Zeit führen mich meine Lebenskünstler zu einer Plattform. Von dort aus schauen wir unter die Erdkugel. Da sehe ich zwei große geöffnete Hände, in deren Mitte Wundmale erkennbar werden. Die Hände halten und umschließen die Erdkugel. Dann fließt aus diesen Händen pulsierend ein goldener Strom. Das Goldene verteilt sich über ein feines Netzwerk in der ganzen Erdkugel und durchströmt sie. …Großes Staunen, tiefer Friede und Gelassenheit erfüllen mich. Ich nehme mir lange Zeit, das, was ich sehe, tief in mich aufzunehmen.“ Der Weg zum seelischen Klimawandel Im Verlauf meiner 25-jährigen Institutsarbeit habe ich erfahren, dass wir Menschen innerlich reich sind, sehr reich - und dass wir ganz viel Grund zur Hoffnung haben (auch in dieser Zeit) - und dass es vor allem darauf ankommt zu begreifen, dass wir viel freier sind, als wir ahnen. Wir haben die Freiheit, in jedem Moment entscheiden können, welchen Weg wir einschlagen: den Weg der Trübsal oder den Weg eines reichen, vollen Lebens. Der seelische Klimawandel der Welt geschieht, wenn möglichst viele Menschen in den Abendstunden ihres Lebens sagen können: Ich habe mein Leben wirklich gewollt. Ich habe mein Leben wirklich gesucht. Ich habe mein Leben wirklich angenommen. Ich habe das Leben wirklich geliebt. Der Artikel enthält Auszüge aus einem Vortrag von Uwe Böschemeyer im Mai 2007 anlässlich des 25. Jubiläums seines Hamburger Institutes. Infokasten: Dr. Uwe Böschemeyer Jg. 1939, studierte evangel. Theologie, Philosophie und Psychologie, u.a. bei Prof. Viktor Frankl in Wien. 1980 wurde er von Frankl persönlich zur Lehre der existenzanalytischen Logotherapie autorisiert. Heute arbeitet er als Psychotherapeut und Mentor für Persönlichkeitsbildung und leitet das „Hamburger Institut für Existenzanalyse und Logotherapie“ und die „Akademie für Persönlichkeitsbildung“ in Lüneburg. Zugleich ist er Rektor der „Europäischen Akademie für Wertorientierte Persönlichkeitsbildung“ in Salzburg, wo er auch Aus- und Weiterbildungen anbietet. Kontakt: www.logotherapie-hamburg.de Einige Bücher vom Autor: • Worauf es ankommt. Werte als Wegweiser (Piper, 2003) • Unsere Tiefe ist hell. Wertimagination - ein Schlüssel zur inneren Welt (Kösel, 2005) • Gottesleuchten. Begegnungen mit dem unbewussten Gott in unserer Seele (Kösel, 2007)
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