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Der Einsatz von Cannabis sativa als ernstzunehmendes Medikament bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, Multipler Sklerose, Aids, aber auch bei Unfall- und Operationsfolgen wie z. B. Amputationen (Phantomschmerz) wird in medizinischen Kreisen zunehmend diskutiert. Die Selbsthilfegruppe "Cannabis als Medizin", gegründet 1995 in Berlin, hat sich zur Aufgabe gesetzt, einen Erfahrungs- und Informationsaustausch für Betroffene anzubieten. Die Mitglieder, Selbstbetroffene, berichten über die Erfahrungen, die sie mit der lindernden Wirkung von Cannabis bei ihrer schweren chronischen Erkrankung gemacht haben. Therapeutisch eingesetzt bekämpft Cannabis nicht nur Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, sondern lindert auch Schmerzen und depressive Verstimmungen. Aufgrund der Schwankungen in der Qualität der Cannabispflanze und der geringen bzw. fehlenden Erfahrung vieler Betroffener sind Austausch über Mengendosierung und Art der Zubereitung regelmäßiges Gesprächsthema auf den Treffen. Es bleibt aber nicht bei der Theorie, sondern die Mitglieder treffen sich in unregelmäßigen Abständen in ihrem sogenannten "Kochstudio", wo sie Koch- und Backrezepte ausprobieren. Daß die Selbsthilfegruppe seit ihrer Gründung viel Post aus ganz Deutschland bekommt und in den Medien und in der Öffentlichkeit immer mehr Beachtung findet, beweist, daß ein Bedürfnis nach mehr Informationen über den therapeutischen Einsatz von Cannabis in der Bevölkerung tatsächlich vorhanden ist. Nach der Initialzündung der Berliner Selbsthilfgruppe hoffen andere Betroffene auf eine solche Initiative in ihren eigenen Städten und auf die legale Erforschung und Bereitstellung von dringend benötigten Medikamenten aus Cannabis. Weitere Informationen über die Selbsthilfegruppe "Cannabis als Medizin" sind erhältlich bei der Selbsthilfe-, Kontakt und Informationsstelle (Sekis), Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin-Wilmersdorf. Quelle: www.natur-und-heilen.de
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